Investieren in Edelmetalle – eine gute Entscheidung?

Edelmetalle

In wirtschaftlich unsicheren Zeiten flüchten sich Anleger in aller Welt in Sachwerte. Neben Immobilien, Kunst und Rohstoffen zählen auch die Edelmetalle zu dieser Kategorie. In der Zeit nach der Lehman Brothers-Pleite im Jahr 2008 stiegen die Preise für Gold, Silber und Platin stark an. Wer heute eine Unze Gold kaufen möchte, muss dafür fast doppelt so viel Geld auf den Tisch legen wie in den Jahren 2006 und 2007.

Wer jedoch glaubt, Gold sei eine renditesichere Anlage, befindet sich auf dem Holzweg. Die Goldpreisentwicklung ist aus Sicht der Anleger bei Weitem nicht so positiv, wie es die öffentliche Aufmerksamkeit suggeriert. Nachdem im Jahr 2011 ein Jahreshoch von 1.908,79 USD erreicht wurde, ging die Tendenz über weite Strecken nach unten. Derzeit liegt der Preis je Feinunze bei rund 1.300 Dollar – gegenüber dem letzten Jahr bedeutet dies ein Minus von mehr als 15 Prozent.

Auf der anderen Seite ist nicht von der Hand zu weisen, dass Edelmetalle einen Wert darstellen, der auch in Krisenzeiten weiterexistiert. Wenn die Inflation stark ansteigt, bleiben Gold und Silber davon unberührt. Die anhaltende Finanzkrise hat einmal mehr deutlich gemacht, dass Banknoten nichts weiter sind als bedrucktes Papier. Im Gegensatz zu Edelmetallen hat ein 100-Franken-Schein praktisch keinen Wert – bei einem Währungskollaps kann man ihn nicht gegen Lebensmittel oder andere Güter eintauschen.

Silber bleibt eines der wichtigsten Industriemetalle

In Silber zu investieren, macht im Hinblick auf die Rendite durchaus Sinn. Anders als Gold ist Silber nicht nur ein Währungs-, sondern auch ein Industriemetall. Die hohe Leitfähigkeit macht Silber zu einem der begehrtesten (und damit teuersten) Metalle, die bei der Produktion technischer Geräte verwendet werden. In vielen Industriebereichen spielt Silber eine Schlüsselrolle: In der Trinkwasseraufbereitung kommt Silber seit mehr als 80 Jahren zum Einsatz, da das Metall eine antibiotische Wirkung hat. Aus der Nanotechnologie ist Silber nicht wegzudenken, und auch in der Medizin wird vermehrt Silber eingesetzt.

Die jährliche Silberfördermenge liegt bei etwa 24.000 Tonnen, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem. Rund 33.000 Tonnen Silber werden jedes Jahr benötigt. Die Fehlmenge wird durch Lagerbestände, Recycling und Verkäufe der Zentralbanken gedeckt. Es ist daher zu erwarten, dass sich Silber langfristig weiter verteuern wird.

Palladium: Ein echter Geheimtipp für Anleger

Palladium zählt zur Gruppe der Platinmetalle und wird unter anderem beim Bau von Katalysatoren verwendet. Obwohl es bereits im Jahr 1803 entdeckt wurde, begann die Öffentlichkeit erst vor wenigen Jahren, sich für das Metall zu interessieren. Die Preise für Palladium sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. Die Entwicklung der Industriezweige, in denen das Metall verwendet wird, spielt ebenso eine Rolle wie die Entdeckung neuer Vorkommen.

Die Palladiumminen in Australien, im Ural und in Südamerika sind weitgehend ausgebeutet, sodass es eine starke Nachfrage nach dem Metall gibt. Das teure Platin wird zunehmend durch Palladium, das ähnliche Eigenschaften aufweist, aus der Automobilproduktion verdrängt. Die chinesische Regierung kauft regelmäßig große Mengen, um den Bedarf für die Herstellung von Abgaskatalysatoren zu decken.

 

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