Aktiv in passive Produkte investieren
[14.07.2009]Indexierte Anlageprodukte seien «staubtrocken», denn sie täten keine höhere Rendite als der Markt generieren, so der Tenor einiger Anlageexperten. Trotzdem liegen diese Produkte, wie beispielsweise ETF, weit oben in der Beliebtheitsskala der Anleger. Dies verwundert kaum, sind doch gerade ETF kosteneffizient und vor allem meistens erfolgreicher als manch aktiv verwaltetes Fondsvehikel.
Obwohl ein «passives» Anlageprodukt (beispielsweise die sogenannten Indexfonds) nicht mehr als die Marktrendite generieren kann, liegen diese Vehikel, insbesondere die Exchange Traded Funds (ETF) im Trend. Dies beweisen unter anderem die folgenden Tatsachen:
Börsenumsätze explodieren
Die Umsätze an der Schweizer Börse im Segment der Exchange Traded Funds sind im ersten Halbjahr 2009, gegenüber gleicher Vorjahresperiode, um stolze 34.8 Prozent angestiegen. Alle anderen Börsensegmente verzeichneten dagegen starke Umsatzeinbussen von bis zu 50 Prozent.
Weltweit sind derzeit in ETF über 789 Milliarden Dollar investiert. Seit Anfang Jahr entspricht dies einem Zuwachs von rund 11 Prozent. Dieser Zuwachs ist nicht nur der besseren Marktverfassung zuzuschreiben, sondern auch den Neugeldern, die laufend investiert werden. Insbesondere Europa verzeichnet hohe Zuflüsse von neuem Kundenvermögen.
Produktvielfalt steigt
Der stark fliessende Geldstrom bringt auch eine koninuierlich wachsende Produktanzahl mit sich. So wurden alleine in diesem Jahr weltweit 180 neue börsengehandelte Indexfonds lanciert. Auch hier in der Schweiz nimmt die Vielfalt stets zu. Die Zürcher Kantonalbank, die Lyxor Asset Management und die Credit Suisse haben beispielsweise in den letzten sechs Monaten insgesamt 25 neue Vehikel an die Börse gebracht.
Primär werden ETF von professionellen Investoren genutzt. Doch immer mehr Vermögensverwalter und Bankberater setzen diese Instrumente vermehrt auch bei Privatkundenportfolios ein. Einige Anbieter gehen noch weiter und kreieren ganze Anlageprodukte, die sich primär aus ETF zusammensetzen. In Deutschland bietet etwa die Quirinbank einen ETF an, der die Entwicklung eines global aufgestellten Portfolios abbildet. Dieses Depot unterteilt sich in die Anlageklassen Aktien, Obligationen und Immobilien - und wird regelmässig an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst.
Somit kann ein Investor mit lediglich einer Transaktion in eine kostengünstige Lösung investieren (0.72 Prozent per annum). Auch hierzulande bieten eine Handvoll Anbieter Anlagelösungen, die sich primär aus ETF zusammensetzen. Im investchannel.ch-Gespräch erläutert Dr. Magne Orgland, Wegelin & Co. Privatbankiers, die Vorteile indexierter Anlagelösungen und wie die älteste Privatbank der Schweiz dies bei ihren Kunden umsetzt.
Um diesen Inhalt anzuzeigen, wird der Flash Player der Version 8 oder höher vorausgesetzt. Download Flash Player
|