Ist die Finanzkrise bis Ende Jahr überstanden?
[18.08.2008]Die seit gut einem Jahr andauernde Finanzkrise hat bei den internationalen Finanzinstituten auch in den ersten sechs Monaten 2008 tiefe Wunden hinterlassen. In den USA stehen stehen sogar weitere Pleitewellen im Bankensektor an, wofür der hart arbeitende Steuerzahler bluten wird. Zudem belastet die Bankenkrise die globale Wirtschaft zu grossen Teilen. Der Abschwung hat die die ganze Welt erfasst - auch die Schweiz. Die Folgen der Krise, aber auch der hohe Ölpreis, belastet das Wachstum.
Die Kredit- und Hypothekenkrise hat in den USA seit Jahresbeginn bereits acht Banken in den Ruin getrieben. Der folgenschwerste Zusammenbruch war die Insolvenz des grössten unabhängigen und börsenotierten US-Baufinanzierers IndyMac. Die grössten Finanzgesellschaften der Welt haben allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für ihre Anleger eine negative Rendite von mehr als minus 24 Prozent erwirtschaftet. Dies förderte eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) zu Tage. Der Börsenwert der untersuchten Finanzgesellschaften, die satte 75 Prozent des Weltmarkes repräsentieren, sackte innert Kürze von 8,3 auf 6,5 Billionen Dollar ab.
Einige Banken sind attrativ
Die Rangliste der kotierten Banken veränderte sich gemäss der oben erwähnten Studie stark. Zwar kommen noch immer drei der vier grössten Finanzgesellschaften aus China, darunter beispielsweise die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die China Construction Bank, doch europäische und nordamerikanische Banken fielen deutlich zurück, während Kreditinstitute aus Japan und Brasilien mehrere Ränge gutmachen konnten. Finanzkonzerne wie Wachovia, Deutsche Bank, UBS, Barclays und American Express sind nicht mehr unter den Top-30. Im Spitzenfeld sind von den Europäern nur noch Banco Santander, BNP und UniCredit zu finden.
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Bankenindizes legen zu
Mit einer durchschnittlichen negativen Aktienrendite von minus 24,4 Prozent lag die Entwicklung des Bankensektors deutlich hinter allen anderen Industrien, so die Berechnungen der BCG. An der Börse keimt jedenfalls einmal mehr die Hoffnung, dass zumindest ausserhalb der Vereinigten Staaten das Schlimmste vorbei ist. Der europäische Bloomberg-Bankenindex (BEBanks) hat sich seit seinem Tief Mitte Juli 2008 bereits wieder um über zehn Prozent erholt. In den USA vollzog sich das Durchschnaufen noch drastischer. Der Branchenindex KBW-Banks zog seit seinem Tief, ebenfalls Mitte Juli 2008, sogar um über 30 Prozent an. Kaufgelegenheiten im Finanzsektor gibt es jedenfalls eine Menge, zumindest in europäischen Breitengraden. Etwas schwieriger gestaltet sich hingegen die Suche nach Kaufobjekten in Amerika.
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