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Starker Appetit nach Infrastruktur weltweit

[18.04.2008]Verstopfte Strassen, Stromausfälle, einstürzende Brücken – an Investitionen in Infrastruktur kommt kein Land vorbei. Und wo Infrastruktur fehlt, droht das wirtschaftliche Abseits. Bis 2010 müssen weltweit 1,5 Billionen Dollar in die Infrastuktur investiert werden. Das ist lukrativ für Unternehmen der Branche und die Aktionäre.

Dem Anlagethema Infrastruktur wird grosses Potenzial bescheinigt. Einigen Auguren zufolge handelt es sich sogar um einen Superzyklus. Nach einer Studie der Weltbank beträgt die geschätzte jährliche Wachstumsrate der Weltwirtschaft 2.7 Prozent bis 2010. Der jährliche Investitionsbedarf in neue Infrastrukturanlagen beträgt 370 Milliarden Dollar pro Jahr. Weitere 850 Milliarden Dollar werden zudem jährlich benötigt, um bereits existierende Infrastrukturanlagen zu unterhalten. Vor dem Hintergrund der enormen Wachstumsraten der Schwellen- und Entwicklungsländer ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Basisinfrastruktur sogar höher ausfallen wird als prognostiziert. Die Ursachen für diesen Wachstumsschub sind mannigfaltig.

Die zunehmende Verstädterung bringt gewaltige Infrastrukturprobleme mit sich respektive deckt schonungslos die unglaublichen Mängel auf. Denn es heisst «the future is urban». Je besser eine Infrastruktur also ausgebaut ist, desto effizienter wird das wirtschaftliche Wirken. Infrastruktur ist das Fundament einer florierenden Wirtschaft, oder anders gesagt: Ohne Infrastruktur steht jede Wirtschaft im Abseits. Konkret bedeutet dies: befahrbare Strassen, ausgebaute Eisenbahnnetze, funktionierende Telekommunikation sowie weit reichende Strom- und Wasserversorgungen.

Ein Treiber in diesem Bereich sind die sogenannten Megacities: Denn immer mehr Bürger leben städtischer. Vor allem kommt ein gewaltiger Schub aus den aufstrebenden Ländern Asiens. In den nächsten 25 Jahren wachsen die Städte um rund eine Million Menschen pro Woche (!). Dies bedeutet mächtige Investitionssummen. Allein in Indien sollen in den nächsten fünf Jahren rund 500 Milliarden Dollar in die gesamte Infrastruktur fliessen. Aber auch die industrialisierten Nationen werden künftig Milliarden in die Modernisierung und Erneuerung bestehender Anlagen investieren.

Durchlässige Wasserleitungen in London
Knapp 900 Millionen Liter Leitungswasser versickern täglich im Londoner Erdbereich. Die Hauptstadt von Grossbritannien leidet unter veralteten Leitungsnetzen. Denn die 32 000 Kilometer Wasser- und 64 000 Kilometer Abwasserleitungen stammen zu grossen Teilen aus viktorianischer Zeit – also aus dem 19. Jahrhundert. Nach Schätzungen von Standard & Poor’s sind allein in London jedes Jahr mehr als eine Milliarde Franken erforderlich, um die Lecks in den Rohrleitungen zu bekämpfen. Eine komplette Sanierung der Wasserversorgung ginge sogar weit in den zweistelligen Milliardenbereich.

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WAS IST INFRASTRUKTUR

  • Gebührenpflichtige Strassen
  • Versorger 
  • Telekommunikation
  • Flughäfen
  • Häfen
  • Öl- und Gaspipelines
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MERKMALE INFRASTRUKTURANLAGEN

Infrastrukturanlagen gelten als eigene Anlageklasse und weisen folgende attraktive Eigenschaften auf:
  

  • Geringere Volatilität
  • Starke Cashflows: Strategischer Wettbewerbsvorteil sorgt für Preissetzungsmacht 
  • Langfristige Renditen: Infrastrukturanlagen sind physisch schwer ersetzbar bzw. langlebig
  • Geringe Korrelation zu vielen anderen Anlageklassen 
  • Inflationsgeschützt, wegen unelastischer Nachfrage oder regulierter Preise
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