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Mit Sicherheit mehr Rendite

[15.04.2008]Katastrophen in vielerlei Hinsicht, Todesfälle und ähnliches begleiten uns schon fast täglich auf Schritt und Tritt. Dies hat zur Folge, dass das Thema Sicherheit verstärkt in den Mittelpunkt gerückt, sprich zu einem zentralen Aspekt geworden ist. Davon betroffen sind wir alle. Vom erhöhten Sicherheitsbedürfnis auf globaler Ebene profitieren zum Beispiel Gefängnisbetreiber im hohen Masse.

Wir leben in einer Zeit wachsender Besorgnis. Dies nicht nur bezüglich Umwelt, Energieversorgung oder schwindender Naturressourcen, sondern auch im Hinblick auf die Gesundheit. Gemäss dem Schweizer Umweltreport 2007, erstellt vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Statistik (BFS), leiden nur schon in unseren Breitengraden eine Million Menschen an übermässigen Lärmimmissionen.

Trotz Vorsorgeprinzipien und Sanierungsunterfangen reichen die Massnahmen nicht mehr aus, um den Bevölkerungsschutz adäquat zu gewährleisten. Ganz ähnlich verhält es sich mit Naturgefahren, die in der Schweiz von jeher präsent sind. Durchschnittlich finden pro Jahr sechs Personen durch Naturkatastrophen den Tod. Die statistisch berücksichtigte Periode geht dabei bis ins Jahr 1356 (!) zurück, als in Basel 1 500 Menschen infolge eines Erdbebens starben. Und der Dürre- sowie Hitzesommer 2003 forderte 975 Leben. Die Schadenssumme (Berechnungen ab 1951) beträgt heute im Jahresdurchschnitt mehr als 330 Millionen Franken, Tendenz steigend.

Boom der Sicherheitsindustrie
Aufgrund der zunehmenden helvetischen Zersiedelung erhöht sich die Anfälligkeit der Infrastrukturen und immer mehr Werte sowie Güter befinden sich in gefährdeten Zonen. So kann es nur als logische Folge gewertet werden, dass Branchen, welche die kollektive und individuelle Sicherheit verbessern, einen wahren Aufschwung erleben. Zum Schutz der Gesundheit, der Finanzen und des Wohlbefindens werden immer mehr finanzielle Anstrengungen für Technologien und Dienstleistungen unternommen.

Gerade durch die steigende Online-Kriminalität entstehen Verluste in Millionenhöhe. Im letzten Jahr betrug in den Vereinigten Staaten der Schaden durch Phishing rund 3,2 Milliarden Dollar, im Bereich Online-Banking verzeichneten die US-Firmen Verluste von rund 67 Millionen. Solche Betrügereien bescheren Unternehmen wie beispielsweise der Iovation volle Auftragsbücher. Deren patentierten Produkte entlarven Geräte und Accounts, von denen aus Online-Betrug betrieben wird. Iovation wurde zwar erst im 2004 aus der Taufe gehoben, beschäftigt aber heute bereits mehr als 50 Mitarbeiter und der Kundenstamm hat sich nur schon seit 2006 dreimal vergrössert.

Derzeit prüft der US-Startup nach eigenen Angaben etwa eine Milliarde Transaktionen pro Jahr. Täglich sollen dabei ungefähr 10 000 Betrugstransaktionen aufgedeckt werden. Iovation verfügt über ein enormes Potenzial, wovon nicht nur sie selber überzeugt sind. Auch der European Founders Fund, SAP Ventures und Intel Capital setzen auf die in Oregon beheimatete Sicherheitsfirma. Sie alle haben Iovation Wagniskapital in der Höhe von 15 Millionen Dollar für eine Europa-Expansion bereitgestellt.

Statistische Knasteinblicke
Im Europaraum befindet sich ein weiteres (investmenttechnisches) Juwel, die in Grossbritannien ansässige Firma Autonomy. Das Software-Unternehmen ist ein Bigplayer auf dem Gebiet Enterprise Search und Infrastruktur-Software (Informationsbroker). Der Brite hat sich übrigens erst kürzlich ins Rampenlicht gestellt respektive das Milliarden schwere Debakel rund um die Société Générale aufgedeckt. Ohne Autonomy hätte wohl dieses Trading-Desaster nie oder nicht so rasch das Licht der Welt erblickt.

Das (wahre) Licht der Welt sehen auch hierzulande immer mehr. Oder anders gesagt, die Zahl der inhaftierten Menschen ist in der Schweiz erneut rückläufig. Per Stichtag 6. September 2006 und gemäss BFS waren insgesamt 5888 Personen eingesperrt. Das sind knapp 100 Menschen weniger als 2004 und rund 250 weniger als 2005. Laut BFS sassen am Stichtag im Schnitt 79 von 100 000 Einwohnern in einer Haftanstalt, im Jahr zuvor waren es deren 83.

Von den insgesamt 6 741 Haftplätzen in der Schweiz waren satte 87 Prozent belegt. Am stärksten überbelegt war das Gefängnis Champ-Dollon in Genf – mit rund 470 Häftlingen und einer Kapazität von 270. Die Überbelegung mauserte sich schon im 2005 zu einem zentralen Thema als sogar 40 Anstalten davon betroffen waren. Bei neun von ihnen betrug die Belegungsrate gar 120 Prozent und mehr.

Gefängnisbetreiber florieren
In Übersee sieht die Gefängnislandschaft anders aus: Im 2006 steig die Zahl der Knastinsassen auf 2,3 Millionen Menschen an. Das heisst, jeder 136. Amerikaner sitzt hinter Gittern. Der ehemalige US-Präsident Ronald Reagan brachte es in seiner Amtszeit auf durchschnittlich knapp eine Million US-Bürger in den Gefängniszellen, George W. Bush hingegen ist da um einiges «effektiver».

Seit der Texaner Präsident ist, boomt das Geschäft der Gefängnisbetreiber wieder und Knäste sind zu wahren Goldgruben mutiert. Pro Tag und Häftling zahlt die amerikanische Regierung geschätzte 60 bis 70 Dollar, in Ausnahmefällen sogar bis zu 100 Dollar an die Privatanbieter. Die bauen und betreiben dafür nicht nur eigene Gefängnisse und bieten sie dem Staat an, sie sorgen auch für die Verpflegung, für die Krankenbehandlung und gegebenenfalls für die Ausbildung der Insassen.

In den Vereinigten Staaten wurden bereits 1983 die ersten Gefängnisse privatisiert. Entstanden ist seither eine wahrhaftig gedeihliche Branche mit teilweise zweistellige Zuwachsraten per annum. Die Correction Corporation of America (CCA, WKN: 785392)etwa, grösster privater Betreiber von US-Gefängnissen, floriert an der Börse und steigerte den Wert ihrer Aktien innert einer Dekade von 50 Millionen auf 3,5 Milliarden Dollar. CCA verfügt über einen Marktanteil von ungefähr 50 Prozent. Die Konkurrenzfirma, Geo Group – ehemals Wackenhut Corrections Corporation (WCC, WKN: AOBK60) – hält Marktanteile in der Grösse von zirka 25 Prozent inne.

Viele Analysten sehen sich mit einer steigenden Nachfrage konfrontiert. Und sie werden wohl auch Recht haben damit. Nach Berechnungen des US-Büros für Migration und Grenzsicherheit könnten durch das im Umbruch stehende Einwanderungsrecht jede Nacht im Schnitt 27 500 Flüchtlinge hinter Schloss und Riegel kommen!

Selbst wenn sich diese Schätzung als «Seemannsgarn» entpuppen sollte, so sind und bleiben die Prognosen positiv. Standard & Poor’s zum Beispiel schätzt den jährlichen Anstieg der Häftlinge in Amerika auf drei bis fünf Prozent. Angesichts der weiter steigenden Gefangenenzahlen auf globaler Ebene, der zunehmenden Bereitschaft vieler Staaten, die Sicherheitsverwahrung verstärkt an Privatiers zu vergeben und der trotz aller vorgenommenen Kapazitätserweiterungen vielerorts noch beklagten Überbelegung dürfte sich die bisherige Sektorenentwicklung fortsetzen.

Gefängnisindex mit Diversifikationsmangel
Anleger, die gerne am erwarteten Aufwärtstrend partizipieren möchten, können dies mit Dividendenpapieren à la Correction Corporation of America oder Geo Group tun. Weitere mögliche Investmentkandidaten auf Einzeltitelebene sind der Amerikaner Cornell Companies sowie der Brite Serco Group. Allesamt sind relativ teuer bewertet, was jedoch in Anbetracht der haushohen Wachstumsauguren mehr als nur gerechtfertigt ist.

Für jene Finanzakteure, die sich mittels strukturierten Produkten engagieren möchten, richten ihr Augenmerk am besten auf das Open-End-Indexzertifikat der Dresdner Bank (WKN: DR98LK). Seit Lancierung hat das Sicherungsverwahrung-Anlagevehikel allerdings keine grossen Kursprünge geschafft und hinkt behäbig seinem Basiswert, dem S-BOX-Sicherungsverwahrung-Performance-Index (WKN: A0JZD2) hinterher. Überdies ist nicht einmal der Diversifikationsaspekt gewährleistet.

Der Index darf zwar gemäss seinem Regelwerk bis zu 15 Unternehmen beheimaten, jedoch sind momentan nur vier im Korb enthalten: Correction Corporation of America, Geo Group, Cornell Companies, Serco Group. Doch wie heisst es so schön: «Es ist besser alleine zu sein (oder zu viert), als in schlechter Gesellschaft!»

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INDEXINFORMATIONEN

Sicherungsverwahrung-Performance-Index

(ISIN: DE000A0JZD27 / Reuters: .SBOXSHV)

Der Index ist ein sogenannter Performance-Index, das heisst sämtliche Erträge werden reinvestiert, Die Hauptwährung ist Dollar. Lancierungsdatum war der 15. September 2006, auf 100 basiert.

Der S-BOX-Sicherungsverwahrung-Performance Index ist ein Index der boersestuttgart AG (www.boerse-stuttgart.de) und wird von dieser berechnet wie auch verteilt. Der Index bildet die Kursentwicklung internationaler Unternehmen ab, die entweder Einrichtungen unterhalten, betreiben oder erbauen, die private Sicherungsverwahrung als Geschäftszweck haben oder Technologien entwickeln, die diese Einrichtungen unterstützen.

Entscheidend ist hierbei, dass der Geschäfts-
bereich als relevant für die Gesellschaft eingestuft wird. Als Richtwert gilt hier ein Umsatzbeitrag von 30 Prozent.

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GEFÄNGNISBETREIBER IN ZAHLEN

Geo Group
Market capitalization: ~1 371 100 000

P/E: 1.287
ROE: 10.78
(ISIN: US36159R1032)
52-Week-Low: USD 21.96 (19.04.07)
52-Week-High: USD 32.93 (19.09.07)

Cornell Companies
Market capitalization: ~297 890 000

P/E: 1.22
ROE: 6.235 
(ISIN: US2191411089 )
52-Week-Low: USD 15.69 (10.03.08)
52-Week-High: USD 27.76 (12.10.07)

Corrections Corp. of America
Market capitalization: ~3 290 040 000

P/E: 1.218
ROE: 11.742
(ISIN: US22025Y4070)
52-Week-Low: USD 22.92 (06.02.08)
52-Week-High: USD 33.40 (09.07.07)

Serco Group
Market capitalization: ~2 113 560 000

P/E: 2.188
ROE: 19.153 
(ISIN: GB0007973794)
52-Week-Low: GBP 3.63 (16.08.07)
52-Week-High: GBP 5.22 (08.05.07)


 

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GEO GROUP

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CORNELL COMPANIES

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CORRECTIONS CORP. OF AMERICA

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SERCO GROUP

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WEITERFÜHRENDE LINKS

Bundesamt für Umwelt
www.bafu.admin.ch

Bundesamt für Statistik

www.statistik.admin.ch

Bureau (US-Department) of Justice
The World Factbook of Criminal Justice Systems

Die Vielfalt der Begriffsbestimmung

Definitionen von Sicherheit im Web

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