Ausblick 2010: Konjunktur Schweiz
[09.12.2009]Die Schweizer Wirtschaft ist im internationalen Vergleich mit einem blauen Auge davon gekommen. Die letzten Zahlen aus dem Departement Leuthard zeigen eine Erholung. Aber für eine Entwarnung ist es noch zu früh.
Die jüngsten Bruttoinlandprodukt (BIP) Zahlen lassen hoffen, dass die konjunkturelle Talsohle erreicht ist. Das BIP ist im dritten Quartal, gegenüber dem Vorquartal, um 0,3 Prozent gewachsen. Das klingt zwar positiv, aber damit ist die Wirtschaft noch lange nicht wieder im Lot. Der tiefe Fall ist noch längst nicht aufgeholt: Gegenüber dem Vorjahresquartal liegt das BIP immer noch um 1,3 Prozentpunkte tiefer, wie aus den Zahlen der Ökonomen des Bundes hervorgeht. Im 2010 laufen zahlreiche Konjunkturprogramme aus und die Arbeitslosenquote könnte auf über 5 Prozent ansteigen. Die «gefühlte» Rezession, insbesondere durch die Lage am Arbeitsmarkt, wird sich eher noch verstärken.
Frank Schmidbauer, Stellvertretender Leiter Konjunktur Seco, erläutert im Gespräch mit investchannel die aktuelle Situation und blickt in die Zukunft. Zudem beantwortet er, warum der Bund das Wachstum der Schweiz im internationalen Vergleich geringer erwartet.
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Nicht nur das Seco ist weiterhin vorsichtig, auch der scheidende Nationalbankpräsident, Jean-Pierre Roth, gibt noch keine Entwarnung.
Obwohl die Schweizer Wirtschaft seit dem dritten Quartal wieder wachse, schrumpfe die Wertschöpfung in der verarbeitenden Industrie weiter, so Roth kürzlich vor den Medien in Zürich. Schwach ansteigende Einkommen würden 2010 die zentrale Konjunkturstütze, nämlich den Privatkonsum, bremsen.
Auch Doris Leuthard, Vorsteherin des Eidgenössischen Volkswirtschafsdepartement, sagte im Gespräch mit PUNKTmagazin, dass die gegenwärtigen Indikatoren nicht auf einen raschen Aufschwung schliessen lassen. «Die zahlreichen staatlichen Impulsprogramme werden im Jahr 2010 auslaufen. Es gilt nun abzuwarten, ob die privaten Investoren in die Bresche springen», so die EVD-Chefin weiter. Das ganze Interview kann ab Mitte Dezember 2009 in der PUNKTausgabe «Gesundheit» nachgelesen werden.